MONTABAUR – VON SCHUSTERN, SCHUSTERJUNGEN & MON-STILETTOS

DER SPITZNAME BLEIBT MONTABÄURER SCHUSTERE Seit Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich für die Montabäurer Bürger der Spitzname „Schuster” oder „Montabäurer Schustere” im Umfeld der Stadt etabliert. Derartige Spitznamen sind im Westerwald nicht selten, so bezeichnet man z. B. die Einwohner des Stadtteils Horressen als „Urmetze” (von Ameisen), die von Niederelbert als „Niederelberter Gickel” (Wappentier der Gemeinde) und die von Heiligenroth als „Galjennägel” (Nähe der Gemeinde zur alten Richtstätte „Alter Galgen”). Die Schuster gewannen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Wirtschaftsfaktor in der Stadt größere Bedeutung, demgegenüber traten die bis dahin tonangebenden Wollweber mehr und mehr in der Hintergrund. Mon-Stiletto „Happy” Historischer Werkstatthocker mit derbem Standort: Fußgängerüberweg Schuhwerk, um 1930 Outlet Montabaur Mitte des 19. Jahrhunderts zählte Montabaur 50 Schuhmacher- meister, in der Spitze 62 Meister im Jahre 1866. Für eine Stadt dieser Größenordnung mit 2.700 Einwohnern eine erstaunliche Zahl (bei rund 560 Haushalten = ca. 11%). Die von Montabäurer Schustern entwickelte „Marktschusterei” wurde ein Markenzeichen des städtischen Schusterhandwerks. Dabei fertigten die Schuster an den beiden Markttagen (Dienstag und Freitag) an Ort und Stelle am Marktstand „derbe Schuhe und Stiefel”. 2

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