Südlicher Westerwald - Das Schloss Montabaur

Beispiel eines Palisadenlagers Herzog Hermann verstarb am 10. Dezember 949 ohne männlichen Nachfolger. Seine Tochter und einzige Erbin Ida war seit 947/948 mit Luidolf, einem Enkel Heinrich I. aus dem Adelsgeschlecht der Liudolfinger, der ab 912 Herzog von Sachsen und von 919 bis 936 König des Ostfrankenreiches war, verheiratet. Auf diesem Wege geht Humbach/ Montabaur als Königsgut in die Familie der Ludolfinger ein. Zwischen 1018 und 1022 kommt unter Erzbischof Poppo von Babenberg Humbach (Montabaur) an das Erzstift Trier. Die genauen Umstände dieser territorialen Verschiebung sind unklar. Infrage kommt ein Erbfall (Gensicke). Die Übergabe könnte auch ein politisches Kalkül Kaiser Ottos I. gewesen sein, der dem kirchlichen Erzstift mehr weltliches Gewicht verleihen wollte. Bis 1198 finden sich nur spärliche Nachrichten über Humbach (Montabaur). Mit Beginn des „Thronstreits“, bei dem die Staufer mit den Welfen (in der Nachfolge der Ludolfinger) in einen Konflikt um die Führung im heiligen römischen Reich gerieten, exponierte sich auch Erzbischof Dietrich von Wied auf Seiten der Staufer. Zur Sicherung der rheinischen Gebiete befestigte Dietrich von Wied ab 1200 Montabaur mit einer neuen Burg, zu der auch erste Wohnbauten, neue Wirtschaftsgebäude und eine „Michaeliskapelle“ gehörten. In dieser Bauphase entstand auch der große Rundturm. Bereits jetzt ist die Anlage um den fast quadratischen Innenhof, so wie er heute zu sehen ist, angelegt. 4

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