MONTABAUR – VON SCHUSTERN, SCHUSTERJUNGEN & MON-STILETTOS

Gleichwohl behielten die Montabäurer den Spitznamen „Schuster” bis in unsere Zeit. Zum Kirmeszug 1926, der trotz der bedrückenden französischen Besatzungszeit wieder als ein belebendes Volksfest gefeiert werden konnte, trugen im Festzug, in Anlehnung an die vergangene Zeit der Montabäurer Schustertradition, zwei Schusterjungen einen überdimensionalen Stiefel. Zwei Schusterjungen mit einem überdimensionalen Stiefel beim Kirmeszug 1926 In den darauffolgenden Jahrzehnten spielten die Schuster – außer als Spitzname für die Einwohner von Montabaur – im Stadtgeschehen keine besondere Rolle mehr. Während des 1. Weltkrieg, mit der Knappheit an Schuhleder, grün- dete die Stadt eine „Besohlanstalt“, die von den Bürgern kostenlos in Anspruch genommen werden konnte. Mangels Leder wurden durch die Stadt Holzsohlen beschafft und den Bürgern zur Heimarbeit abgegeben. Wer die handwerklichen Fähigkeiten nicht hatte, konnte die städtische Besohlanstalt (ansässige Schuster) kostenlos in Anspruch nehmen (siehe links, Rechnung Weyand). 5

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